Ökumene

Ökumenischer Gedenkgottesdienst mit den syrisch-orthodoxen Gemeinden in Paderborn

Solidarität mit den Christen im Orient

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Am Nachmittag des vierten Adventssonntags 2010 konnten die fast 500 Besucher der Marktkirche zum ersten Mal einen ökumenischen Gottesdienst der syrisch-orthodoxen Gemeinden und der katholischen Liborius-Pfarrei erleben. Anlass war das Gedenken an die 52 syrisch-katholische Christen, die am Vorabend des Allerheiligenfestes (31.10.2010) bei einem Gottesdienst in der syrisch-katholischen Bischofskirche in Bagdad ermordet wurden.

Anschläge wie diese läuten nun das Ende des Christentums im Irak ein. Das Christentum hat seine Wurzeln im Orient. Wenn diese Wurzeln absterben, wäre das ein großer Verlust für die gesamte Weltkirche. Die Christen in Mesopotamien - auch als Suryoye (Aramäer, Assyrer und Chaldäer) bezeichnet - sind eine ethnische, kulturelle und religiöse Minderheit und die Ureinwohner des Landes. In Antiochien gab es zur Apostelzeit die erste bedeutende Christengemeinde außerhalb von Jerusalem.

Die Gründer dieser Gemeinde waren die Apostel Petrus und Paulus. In dieser Gemeinde nannten sich die Christus-Gläubigen zum ersten Mal in der Geschichte „Christianoi = Christen“. Die Kirche von Antiochien ist somit nach der Urgemeinde in Jerusalem die älteste christliche Kirche überhaupt. Die syrisch-orthodoxe Kirche ging aus den christlichen Gemeinden der syrischen Bevölkerung hervor.

Der Gottesdienst war eine Idee junger Leute aus der syrisch-orthodoxe Gemeinde. Mit viel Engagement haben sie den Gottesdienst vorbereitet und die Kirche für die Feier geschmückt.

Drei syrisch-orthodoxe Pfarrer und die beiden Seelsorger der Liborius-Pfarrei leiteten die Feier, bei der auch die Namen der Getöteten verlesen wurden. Ein syrisch-orthodoxer Frauenchor aus Delbrück,
Cellospielerin Julia Maria Kim und der Chor von Nightfever und verschiedene Instrumentalisten gestalteten die Feier mit.

Drei syrisch-orthodoxe Pfarrer (Danho Aslan, Semun Demir, Abdulmesih Nergiz) und die beiden Seelsorger der Liborius-Pfarrei (Propst Dr. Elmar Nübold, Vikar Franz-Josef Rose) leiteten die Feier. Ein syrisch-orthodoxer Frauenchor, der Chor von Nightfever und verschiedene Instrumentalisten gestalteten die Feier mit. Beim traurigen Klang einer Geige wurden die Namen der Opfer vorgelesen und gleichzeitig 52 Kerzen angezündet.


Der ökumenische Gottesdienst war ein Zeichen christlicher Solidarität mit den Gläubigen im Irak, die dort als Minderheit leben und wegen der schwierigen Situation für die Christen in großer Zahl das Land verlassen. Zu den Mitfeiernden gehörten auch Bürgermeister Heinz Paus, Landrat Manfred Müller, der Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Linnemann und der Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke.